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Entstehung

Entstehung

Die G.-G. repräsentiert ein Stück deutscher Wissenschafts- und Katholizismus-Geschichte seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Gegründet wurde sie in Koblenz am 25. Januar 1876, dem 100. Geburtstag von Joseph von Görres, dem Vorkämpfer staatsbürgerlicher und kirchlicher Freiheitsrechte.

Die Gründungsversammlung wurde von einem preußischen Polizeikommissar samt Stenographen auf „staatsfeindliche Umtriebe“ beobachtet (W. Becker). Anlaß dazu bildete die Situation des Kulturkampfes, durch den auch katholische Wissenschaftler in erheblichem Umfang benachteiligt wurden (Nichtberücksichtigung der Parität, faktische Berufsverbote und gesellschaftliche Isolierung).

Aus dem Selbstbehauptungswillen einer Gruppe vornehmlich jüngerer Wissenschaftler, insbesondere des Philosophen G. von Hertling und des Historikers Hermann Cardauns, Privatdozenten in Bonn, in Verbindung mit dem Kölner Publizisten und Rechtsanwalt J. Bachem sowie dem von der preußischen Regierung abgesetzten früheren Bonner Oberbürgermeister Leopold Kaufmann kam der Anstoß, die Vorherrschaft des weltanschaulichen Liberalismus zurückzudrängen und eine Gesellschaft zur „Pflege der Wissenschaft im katholischen Deutschland“ zu gründen. Der Vereinszweck umfaßte das Angebot auch materieller Hilfe besonders an jüngere Gelehrte durch Stipendien und Publikationsmöglichkeiten.

Die G.-G. hatte Ende 1876 bereits 730 Mitglieder.