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Generalversammlung in Freiburg (Schweiz) 27. September bis 1. Oktober 2014

Nach einunddreißig Jahren hielt die Görres-Gesellschaft ihre Generalversammlung zum zweiten Mal in Freiburg (Schweiz) ab, eingeladen von der Universität, dem Bischof, dem Kanton und der Stadt. Auch wenn die Beteiligung wegen der für die meisten weiten Reise diesmal geringer war als sonst üblich, erlebten die erschienenen Mitglieder und Gäste bei sonnigem Herbstwetter intensive Tage der Begegnung und des Austauschs. Am Vorabend der Eröffnung machte Professor Dr. Dr. h. c. Urs Altermatt, Alt-Rektor der Universität, in einem lebendigen Vortrag mit Geschichte und Selbstverständnis seiner Alma Mater bekannt, die gerade in diesen Tagen 125 Jahre ihres Bestehens feiern konnte und von Anfang an enge Beziehungen zu der wenig älteren Görres-Gesellschaft gepflegt hat.

Das Programm des Sonntags begann traditionsgemäß mit der Eucharistiefeier, die S. Ex. Charles Morerod OP, der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, in der Kathedrale St. Niklaus zelebrierte. In seiner Predigt legte er die Lesungen des Tages als Appell zu einem bewussten christlichen Leben aus. Den anschließenden Festakt in der Aula Magna der Universität eröffnete der Präsident der Gesellschaft, Professor Dr. Wolfgang Bergsdorf, mit einer Ansprache, die in diesem Heft abgedruckt ist. Nach einem Grußwort des amtierenden Rektors, Magnifizenz Professor Dr. Dr. h. c. Guido Vergauwen, wurde mit dem Ehrenring der Gesellschaft der langjährige Leiter des Instituts für Interdisziplinäre Forschung, Professor Dr. Dr. Günter Rager (Freiburg/Schweiz), ausgezeichnet, dessen wissenschaftliche Lebensleistung als Arzt und Philosoph die Laudatio von Professor DDr. Winfried Löffler (Innsbruck) würdigte. Den Festvortrag hielt Professor Dr. Georg Braungart (Tübingen), der Leiter der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk und innerhalb der Gesellschaft Leiter der Sektion für Deutsche Philologie, zum Thema „Hochbegabtenförderung“. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten die Saxophonisten Sylvain Coquoz und Valentin Oberson.

Nach den Stadtführungen am Sonntagnachmittag traf man sich in der Aula Magna nicht zu einem weiteren öffentlichen Vortrag, sondern zu einer Podiumsdiskussion über „Identität und Aufgabe der Görres-Gesellschaft im Wandel der Zeit“, die von Professor Dr. Dr. Mariano Delgado (Freiburg/Schweiz) moderiert wurde. Nach einleitenden Stellungnahmen von Professor Dr. Dr. h. c. mult. Hans Maier (München), Professor Dr. Dr. h. c. Ludger Honnefelder (Bonn) und Professor Dr. Nils Goldschmidt (Siegen) entwickelte sich eine lebhafte Debatte mit dem Publikum, die mancherlei Anregungen und Vorschläge für den begonnenen Reformprozess erbrachte. Der Tag klang aus mit den Treffen der Sektionen in verschiedenen Freiburger Gaststätten.

Am Montagmorgen hielt der stellvertretende Generalsekretär, Professor Dr. Dr. h.c. Ludger Honnefelder, das Requiem für die verstorbenen Mitglieder der Gesellschaft in der Kapelle des Universitätsgebäudes. Danach begannen die Veranstaltungen der Sektionen, auf denen bis zum Dienstagmittag rund 75 Vorträge gehalten und diskutiert wurden (siehe die Einzelberichte in diesem Heft). In einem weiteren öffentlichen Vortrag setzte sich am späten Montagnachmittag der neue Träger des Ehrenrings, Professor Dr. Dr. Günter Rager, mit „Möglichkeiten und Grenzen der Hirnforschung“ auseinander. Am Abend versammelten sich die Teilnehmer zu einem Empfang, bei
dem in der Ehrenhalle der Universität der Rektor Professor Dr. Dr. h. c. Guido Vergauwen, die kantonale Staatsrätin Marie Garnier und Präsident Bergsdorf das Wort nahmen.

Der Beirat der Gesellschaft, der am Dienstagnachmittag in Verbindung mit der Mitgliederversammlung tagte, nahm satzungsgemäß Berichte des Präsidenten und des Haushaltsausschusses entgegen. Zum neuen Vizepräsidenten als Nachfolger des zurückgetretenen Professors Dr. Otto Depenheuer wurde der Leiter der Sektion für Englische Philologie, Professor Dr. Bernd Engler, derzeit Rektor der Universität Tübingen, gewählt. Beisitzer im Vorstand wurde Professor Dr. Georg Braungart (Tübingen). Den Vorsitz im Haushaltsausschuss, der um zwei neue Mitglieder erweitert wurde, übernahm Professor Dr. Tilman Repgen (Hamburg). Einen Wechsel gab es auch bei zwei Sektionen: Die Leitung in der Romanistik wurde Professor Dr. Christoph Strosetzki (Neuss), in der Archäologie Professor Dr. Matthias Steinhart (Würzburg) übertragen. Außerdem wurde der Beirat um 9 neue Mitglieder ergänzt. Für die Rechnungsprüfung erhielt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Solidaris (Köln) den Zuschlag, die aus gegebenem Anlass bereits die Jahresrechnungen 2011 bis 2013 geprüft hatte. Als Tagungsort für 2016 wurde Hildesheim beschlossen.

Die Exkursion am Mittwoch führte die Teilnehmer nach Greyerz/Gruyères im Süden des Kantons Freiburg. Die nächste Generalversammlung ist vom 26. bis 30.September 2015 in Bonn vorgesehen.
 
Rudolf Schieffer