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Grußworte des Oberbürgermeisters der Stadt Freiburg

Grußworte des Oberbürgermeister der Stadt Freiburg
Dr. Dieter Salomon

Herr Premierminister Juncker, Herr Ministerpräsident Mappus, Herr Ministerpräsident Vogel, sehr geehrter Herr Erzbischof Zollitsch, Exzellenz, lieber Herr Rektor Schiewer, Herr Regierungspräsident Würtenberger, Herr Ehrenpräsident Mikat, sehr geehrte Abgeordnete des Bundestages und des Landtages, meine sehr verehrten Damen und Herren.

Ich darf mich dem Dank anschließen an die Görres-Gesellschaft, dass Sie sich abermals entschlossen haben, Ihre Generalversammlung in Freiburg durchzuführen, und zwar zum sechsten Mal, wie wir von Herrn Prof. Bergsdorf gerade gehört haben. Dafür möchte ich mich besonders bedanken. Zum sechsten Mal hier in Freiburg, und wenn man dann so viel Ehrenwertes und Gutes über die Stadt hört wie Sie, lieber Herr Bergsdorf und auch der Ministerpräsident hier eben über Freiburg gesagt haben, dann kann ich nur sagen: Man errötet als Oberbürgermeister, und man kann einerseits sagen „das Lob haben wir verdient“. Aber andererseits, wenn man hört wie die Liberalität Freiburgs über Jahrhunderte gerühmt wird, dann muss man auch sagen - und das hat Herr Bergsdorf auch gesagt - , dass in den 12 Jahren dieser dunklen Zeit auch in Freiburg tatsächlich nicht alles zum Besten stand. Es ist daher abermals Dank abzustatten an den Altrektor Herrn Professor Jäger, der während seiner Zeit als Rektor aufgearbeitet hat, was an der Universität Freiburg in den 12 Jahren hier auch an Furchtbarem passiert ist, und was für die Stadt generell auch gilt. Insofern nehmen wir das Lob gerne entgegen.

Es ist ja tatsächlich etwas von der badischen Liberalität zu spüren. Der Gründer Ihrer Gesellschaft, Josef von Görres, ein begeisterter Anhänger der Französischen Revolution, ein überzeugter Christ und Katholik, er war Demokrat und aufgeklärte Christ, von dem die Gesellschaft ja immer noch zehrt. Das ist das Vermächtnis der Gesellschaft, des Namensgebers Josef von Görres: aufgeklärtes Christentum zu praktizieren in wissenschaftlicher Verantwortung. Was Rektor Professor Schiewer gerade berichtet hat, der Anspruch dieser Universität eine Volluniversität zu sein, den Austausch zwischen den Fakultäten, zwischen den Wissenschaften zu fördern, insbesondere den Austausch zwischen Naturwissenschaften und der Theologie, das macht Ihre Gesellschaft stark seit 134 Jahren. Das ist auch das Spannende an der Universität: der Austausch an den Rändern zwischen den Fachgebieten, das Interdisziplinäre. Damit sind Sie, glaube ich, hier in Freiburg auch richtig. Dieses Land tut mehr für die Wissenschaft als viele andere Bundesländer. Das muss auch so sein, wir sind ein rohstoffarmes Land. Die Universität Freiburg hat in hohem Maße davon profitiert, und - das ist der ganz entscheidende Punkt - die Stadt Freiburg hat davon auch profitiert. Diese Stadt, die seit 553 Jahren eine der ältesten Universitäten Deutschlands beherbergt, wäre ohne Wissenschaft überhaupt nicht denkbar. Die Universität ist der Motor der Stadtentwicklung. Wir sind die Stadt in Baden-Württemberg , die in den letzten Jahrzehnten relativ gesehen die meisten Arbeitsplätze zugewonnen hat. Das wäre ohne die Universität überhaupt nicht zu erklären. Die Universität und die Stadt gehen Hand in Hand und entwickeln sich gemeinsam nach vorne.“

Es ist schön, dass Sie Ihre Generalversammlung zu dieser Jahreszeit stattfinden lassen. Es wurden ja das Markgräfler Land und der Tuniberg erwähnt, der zur Hälfte zur Freiburger Gemarkung gehört, was dazu führt, dass wir als Großstadt eigenen Wein produzieren. Im Breisgau beginnt in diesen Tagen die Weinlese. Wenn wir einigermaßen Glück haben, werden die nächsten Tage auch uns nochmal vom Wetter verwöhnen. Ihr Programm für die nächsten Tage ist fantastisch, aber wenn Sie dieses tatsächlich alles realisieren wollen, dann werden Sie von der Stadt zu wenig sehen. Ich kann Ihnen nur empfehlen: Gehen Sie pragmatisch vor und genießen Sie auch diese Stadt, eine europäische Stadt mit dieser Geschichte.

Deshalb freue ich mich schon auf den Ministerpräsidenten. Dass Herr Vogel zum wiederholten Mal hier ist, und dass er gern hier ist, das weiß ich. Wir haben uns schon bei verschiedenen Gelegenheiten kennengelernt, als Vorsitzender der Konrad-Adenauer- Gesellschaft war er gerne hier, was ich als angenehme Selbstverständlichkeit empfinde. Dass aber Premierminister Juncker hier heute den Festvortrag hält, das empfinde ich als besondere Ehre, in einer europäisch geprägten Stadt. Wir empfinden ja immer wieder als Problem, dass sich zwar viele nationale Politiker mit Europa beschäftigen, aber dass es zu wenige Köpfe gibt, die für Europa stehen. Sie, lieber Herr Juncker, sind ein Kopf, der als ein großer europäischer Politiker und ein großer Europäer gilt, ich freue mich auf Ihren Vortrag und wünsche Ihnen allen, meine Damen und Herren, ganz schöne Tage in Freiburg.